Zum Inhalt springen

Die Rechnungsstellung bei Onlinegeschäften

Welche Anforderungen an die Erstellung einer Rechnung bestehen im E-Commerce?

Den Weihnachtseinkauf ohne Parkplatzstress und mit Rückgaberecht erledigen immer mehr Verbraucher online. Unternehmern bietet sich ein bundes- oder sogar weltweites Publikum, das bei einem guten Angebot gerne zugreift. Der Unternehmer erspart sich das Vorhalten eines Ladenlokals und kann die Ware entweder online ausliefern (Software, Filme, Musik) oder versendet dieses lediglich als Paket. Auch im B2B-Bereich nimmt die Bedeutung des E-Commerce ständig zu.

Hier ist die Rechnung als Grundlage des Vorsteuerabzugs gem. § 15 Abs. 1 Nr. 1 S. 2 UStG besonders wichtig. 

Gem. § 14 Abs. 1 S. 7 UStG muss eine Rechnung bei Fehlen abweichender Vereinbarungen in Papierform übermittelt werden. Abweichende Vereinbarungen sind aber im E-Commerce an der Tagesordnung, sodass in vielen Fällen eine Rechnungsstellung online erfolgt.

Unionsrechtlich ist hierbei nach Art. 233 Abs. 1 der Richtlinie über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (RL 2006/112/EG) grundsätzlich die Signatur des Rechnungsdokuments erforderlich, um so sicherzustellen, dass der Inhalt der Rechnung tatsächlich vom Aussteller der Rechnung herrührt.

Die einzelnen Mitgliedsstaaten dürfen hiervon abweichende Regelungen treffen, wovon in Deutschland mit Wirkung für ausgeführte Umsätze ab dem 01.07.2011 Gebrauch gemacht wurde.

Der Rechnungsaussteller ist hierdurch – wenn eine Zustimmung des Rechnungsempfängers vorliegt - frei in seiner Entscheidung, wie er elektronische Rechnungen übermittelt. Elektronische Rechnungen können z. B. per

- E-Mail (ggf. mit Bilddatei- oder Textdokumentanhang)

- De-Mail 

- Computer-Fax

- Web-Download (z.B. im Anschluss an eine Bestellung

übermittelt werden. Eine von Standard-Telefax an Standard-Telefax oder von Computer-Telefax/FaxServer an Standard-Telefax übermittelte Rechnung gilt dabei als Papierrechnung (14.4. Abs. 2 S. 4 Umsatzsteuer-Anwendungserlass).

Besondere Vorsicht sollten Leistende bei der Ausstellung mehrerer Rechnung walten lassen (z.B. aufgrund einer Rechnungskorrektur).Nach § 14c Abs. 1 UStG ist hier in der Regel die Umsatzsteuer aus jeder Rechnung abzuführen. 

Die Berichtigung einer falschen Rechnung erfolgt durch Erklärung des Leistenden gegenüber dem Leistungsempfänger, aus der hervorgehen muss, dass der Leistende nunmehr (nur) mit dem berichtigten Steuerbetrag abrechnen will. Die Erklärung muss dem Leistungsempfänger tatsächlich zugehen. Eine Rückgabe der Rechnung ist – bei digitalen Rechnungen nur schwerlich möglich – nicht erforderlich (BFH Urteil vom 10.12.1992 - V R 73/90).

Aufgrund der jetzigen Regelungen haben Anbieter von Leistungen keine Besonderheiten zu beachten. Ordnungsgemäße Papierrechnungen können in gleicher Weise auch für Onlinegeschäfte verwendet werden und dem Kunden online, z.B. per E-Mail zur Verfügung gestellt werden.

elenathewise © 123RF.com